
FLASHMOB - Smartmob
Dienstag, 1. Juni 2010 um 12:00
S- Bahnhof Bornholmer Straße, Wilhelm- Böse- Brücke
"Alles, was uns (noch) trennt, ist Banane!"
Wir essen die Banane einfach auf.
Ein kleines Projekt am Rande einer Schülerbegegnung.
Jeder bringt eine Banane mit!
Diese Information bitte auch weiter reichen!
Mit freundlichen Grüßen
abohn
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Info zur Aktion:
Die Banane steht symbolisch für alles, was Ost und West (noch) trennt.
Eines der größten Vorurteile der Westdeutschen ist/war, dass sie annehmen, im Osten habe es keine Bananen gegeben und die Ostdeutschen hätten nie vor dem Mauerfall Bananen gegessen.
Dabei heißt „Mangelwirtschaft“ eigentlich nur, dass es einen Mangel an bestimmten Dingen gab. Nicht, dass sie unbekannt waren. Bananen konnte man auch auf dem Land ca. einmal in der Woche kaufen. Sie wurden meist rationiert und jede Familie durfte nur ein oder zwei Kilo erwerben, damit möglichst viele Familien in den Genuss der Banane kamen. Dabei erfuhr man meist rechtzeitig durch Mund-zu-Mund-Propaganda in welchem Geschäft die Früchte angeliefert werden und stellte sich je nach Region und örtlichen Gepflogenheiten bis zu zwei Stunden vorher dort an. Dieses „sozialistische Wartekollektiv“, wie es ugs. auch genannt wurde, war Zeitung, Radio und Fernsehen zugleich. Hier wurden unzensiert Nachrichten ausgetauscht, über Politik diskutiert und man erhielt hier auch oft Informationen, wo es als nächstes lohne, sich anzustellen. Man verabredete sich „zum Anstehen“, wie heute auf einen Cappuchino.
90% aller Frauen in der DDR hatten Arbeit. So kam es auch vor, dass es in einigen Familien nur einmal im Monat Bananen gab, weil man eben nicht immer die Zeit hatte, sich rechtzeitig anzustellen. Dies wurde natürlich als Mangel empfunden.
Ähnlich war die Versorgung in der DDR mit allen Südfrüchten. Ob es Navel-Orangen zu Weihnachten waren oder sonnengereifte riesige Pfirsiche aus südlichen Ländern im Sommer, auch Melonen wurden auf diese Weise vertrieben. Im Unterschied zu heute bekamen wir aber in der Regel keine grasgrüne Ware ohne Geschmack, sondern sonnengereifte Früchte von hoher geschmacklicher Qualität zu kaufen. Erzeugnisse der eigenen Landwirtschaft wie Erdbeeren, Tomaten, Gurken verkaufte man nur, wenn sie in eigenen Landen geerntet wurden.
Frische Ananas, Kiwi und Limetten zB. waren tatsächlich nahezu unbekannt unter der DDR- Bevölkerung. Sie erreichten aber nie den symbolischen Status der Banane.
Heute steht die Banane symbolisch für den Strom der Ostdeutschen nach der Maueröffnung. Westdeutsche hatten das Gefühl, ihnen würde etwas weggenommen. Ostdeutsche hatten das Gefühl, ihnen wurde etwas vorenthalten, was sie jetzt sehen, schmecken durften.
„Die Banane ist eine Hoffnung für viele und eine Notwendigkeit für uns alle.“ Diese Worte stammen, man höre und staune, von Konrad Adenauer. Denn die Banane war schon lange vor dem Mauerfall ein deutsch-deutsches Politikum. Die Banane war Symbol für den wirtschaftlichen Aufschwung im Nachkriegsdeutschland von 1950. Auch im Osten wusste man um die Bedeutung der Banane und erklärte den „Import von Bananen zur kontinuierlichen Versorgung der Bevölkerung“ zur geheimen Ministerratssache.
Wenn ich heute vergleiche, so würde ich einschätzen, dass in meinem Haushalt heute genau so viele Bananen gegessen werden, wie in den letzten Jahren in der DDR. Damals waren wir zwei Erwachsene und zwei Kinder und heute auch. Heute ist es nur schwieriger, gute Qualität zu bekommen

Aber eigentlich ist das doch „alles Banane“!
(gesamtdeutsche Redewendung für „alles egal“)!
Essen wir sie also einfach auf!
A. Bohn, 2010
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